Suedkurier.de - 20.04.2007

"Traute mir alles zu"

Kummle über ihr Stück

 


Waldshut-Tiengen

Bei der vorletzten Probe zum Schauspiel Marie Curie im Ali-Kino in Tiengen werden die Requisiten und Kostüme ausprobiert. Die zwölf Schauspieler sind angespannt und konzentriert. Nur Regisseurin, Texterin und Komponistin Adelheid Kummle wirkt heiter und gelassen. Sie lobt, greift ein und lächelt letzte organisatorische Pannen einfach weg. Was hat die 49 Jahre alte Juristin aus Waldshut dazu bewegt, erstmalig ein eigenes Theaterstück über die Forscherin Marie Curie (1867 bis 1934) zu schreiben und sogar Lieder dafür zu komponieren? In ihrer Familie sei viel Theater gespielt worden und ihr Vater habe mit leichter Hand gedichtet. Auch sie habe eine Schwäche für Gedichte, aber Theaterluft habe sie erstmalig beim Chilbitheater 2004 am Heimatabend geschnuppert, wo sie mitspielte. Und Musik gehöre bei ihr einfach dazu: "Ohne Lieder hätte ich das Stück wohl nicht geschrieben. Eigentlich hatte ich erst die
Lieder und habe das Stück drumrum geschrieben, " erklärt sie lachend. Fünf Jahre lang ging ihr das Projekt durch den Kopf, doch das Schreiben selbst im letzten Sommer ging dann schnell. Sie selber spielt etwas Klavier, aber beim Komponieren haben ihr ein Computerprogramm und vor allem Christian Seidel
geholfen, der bei den drei Aufführungen am Klavier begleiten wird. "Er fand mit mir die richtigen Akkorde und Harmonien." Melodien fielen ihr übrigens am besten beim Zugfahren ein, sagt sie vergnügt. Manche Rollen scheinen übrigens einigen Schauspielern direkt auf den Leib geschrieben zu sein. "Ich
hatte da auch ziemlich genaue Vorstellungen, und alle haben glücklicherweise zugesagt." Gab es für sie bei dieser ungewohnten Regiearbeit Probleme? "Also Autorität oder Menschenführung waren überhaupt kein Problem. Ich traute mir am Anfang auch alles zu. Aber bei der Feinarbeit war ich froh über meine Regieassistentin Anja Grimbichler. Sie ist Theaterpädagogin und hat viele Vorschläge gemacht. Schwierig war eher, dass die Hauptdarstellerin Anne von Rudloff als Marie Curie (sie ist ausgebildete Opernsängerin) im März ganz ausgebucht war. Aber alle andern haben kaum eine Probe versäumt."


Ihre tollste Erfahrung war die Begeisterung der Mitwirkenden: "Ich würde so ein Projekt sofort noch einmal machen." Nur beim Organisatorischen würde sie einiges ändern: "Da habe ich dazu gelernt." Ob sie schon neue Pläne für die Zukunft habe? Sie lacht: "Da wird es am Schwyzertag ein kleines Stück von
mir geben. Und ich könnte mir schon vorstellen, etwas über weitere große Frauenfiguren zu machen. Das interessiert mich! Auf jeden Fall auch mit Musik!"Rosemarie Tillessen

 

Die Uraufführung "Marie Curie - Stationen eines ungewöhnlichen Lebens" findet am 20. April um 20 Uhr im Ali-Kino in Tiengen statt. Weitere Vorstellungen am 22. (17 Uhr) und 27. April (20 Uhr). Vorverkauf bei Tourist Info Waldshut, Kaufhaus May Waldshut und Buchhandlung Kögel Tiengen.

An der Abendkasse noch wenige Restkarten.

 

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